Überweisung an Verhaltenstierärztinnen
Wie und warum überweisen?
Tierhaltende und ihre Tiere profitieren oft immens durch eine Kooperation von Trainerinnen und Verhaltensmedizinerinnen.
Problematisches Verhalten und körperliche Erkrankungen beeinflussen sich oft gegenseitig. Um einen möglichst schnellen sowie langfristigen Trainingserfolg zu gewährleisten, sollte der Patient allumfassend aufgearbeitet werden, dies impliziert die Einschätzung von physischer und psychischer Gesundheit, Haltungsbedingungen und Mensch-Tier-Interaktionen. Für die weitere gesundheitliche Abklärung arbeiten Verhaltensmedizinerinnen bei Bedarf auch mit Haustierärztinnen und eventuell spezialisierten Kliniken zusammen.
Überweisungen sind unkompliziert möglich. Nach der ersten Kontaktaufnahme werden den Tierhaltenden Fragebögen zugesendet, weiterhin helfen Trainingsberichte über das bereits durchgeführte Training und unter Umständen Videoaufnahmen vom Problemverhalten oder der Verhaltensstörung, Trainingseinheiten und Alltagssituationen. Dabei ist zu beachten, dass Problemverhalten nicht extra für eine Videoaufnahme provoziert werden soll.
Nach einer Erstkonsultation erhält der Halter/die Halterin neben einer (Verdachts-)Diagnose und weiteren diagnostischen Empfehlungen in der Regel einen detaillierten Therapieplan. Das regelmäßige Training kann weiter in der Hand des Trainers/der Trainerin verbleiben. Enge Absprachen zwischen Verhaltensmedizinerin und Trainerin garantieren den besten Fortschritt. Wenn es organisierbar und für die Tierhaltenden in Ordnung ist, kann der Trainer / die Trainerin z.B. auch an der Erstkonsultation teilnehmen.
Indikationen für eine Überweisung
Wann ist eine Überweisung unbedingt nötig?
Eine verhaltensmedizinische Aufarbeitung kann grundsätzlich bei vielfältigen Indikationen sinnvoll sein und unterstützend wirken.
Wenn Trainingserfolge ausbleiben oder es immer wieder nicht erklärbare Rückschritte gibt, sollte eine Überweisung an eine Verhaltensmedizinerin stattfinden, ebenso wenn ein Tier körperliche Grunderkrankungen oder körperliche Symptome wie reduzierten Appetit, Verdauungsprobleme oder Lahmheiten zeigt.
Es gibt auch Fälle, in denen eine Überweisung unbedingt nötig ist, dazu zählen unter anderem folgende Auffälligkeiten:
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selbstverletzendes Verhalten
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starke Ängste oder Ängste, die nicht auf erste Trainingsmaßnahmen ansprechen
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Aggressionsverhalten
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generelles Erregungsverhalten
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Unsauberkeit, die nicht auf erste Managementmaßnahmen anspricht
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Verhaltensveränderung nach traumatischen Erlebnissen
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plötzliche Verhaltensänderungen im Altera
Liste weiterer Infos/Downloads/Links
Berufsverband der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen e.V.
Einsatz für Weiterbildung, tierschutz- und artgerechte Methoden sowie Schaffung eines bundeseinheitlichen Berufsbilds.
Industrie- und Handelskammer (IHK)
Zertifikatslehrgang zum „Hundeerzieher und Verhaltensberater (IHK)”
Internationaler Berufsverband der Hundetrainer:innen und Hundeunternehmer:innen (IBH) e.V.
Für issenschaftlich fundiertes, gewaltfreies und respektvolles Training.
Der Blaue Hund
Der Blaue Hund steht für ein länderübergreifendes Projekt aus der Hundebiss-Prävention mit dem Ziel, Bissverletzungen bei Kindern zwischen 3 und 6 Jahren zu verhindern.
Beißt der?
Das Schulhunde-Projekt von Dr. Hildegard Jung in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus.