Was beim Einsatz von Tieren als Helfer im Training bei Problemhunden zu beachten ist
Bei bestimmten Verhaltensproblemen oder Verhaltensauffälligkeiten kann es im Laufe des Trainings nötig werden, dass mit anderen Tieren als sogenannten „Dummys“ gearbeitet wird. Dies kann z.B. beim Ausarbeiten von Hund-Hund-Aggressionsproblemen der Fall sein, aber auch beim Training gegen Jagdprobleme.
Für alle beteiligten Tiere, insbesondere auch für diese “Dummy”-Tiere gilt die Maßgabe des Tierschutzgesetzes: niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Trainingssituationen mit Dummys müssen sorgfältig geplant und so kontrolliert und strukturiert durchgeführt werden, dass die Dummys weder psychisch noch physisch verletzt werden können. Zudem sollen sie in derartigen Trainingssituationen keine Lernprozesse durchlaufen, an deren Ende die Dummys selber ein Problemverhalten entwickeln.
Bei Aggressionsproblemen muss der Problemhund z.B., bevor es in die Arbeit mit Dummys geht, zunächst in anderen Kontexten mit steigender Ablenkungs- und Stressbelastung im neuen erwünschten Alternativerhalten trainiert werden. Erst dann kann dieses im Rahmen einer Desensibilisierung mit Dummys angewandt werden. Die als Dummys eingesetzten Hunde müssen sozial kompetent und stresstolerant sein und sollten eine hohe Reizschwelle für das Empfinden von Angst haben. Dazu sollten sie selber über gut geübte Bewältigungsstrategien in stressreichen Kontexten verfügen. Es muss in solchen Übungseinheiten auf die Trainingsdauer und die Distanzen zwischen den beteiligten Tieren geachtet werden, und der Trainer sollte sehr erfahren im Erkennen von Ausdrucksverhalten von Hunden und den als Dummy eingesetzten Tieren sein, um ggf. eine Trainingssituation rechtzeitig abbrechen zu können.