Katzen sind Gewohnheitstiere – was bedeutet das in der Wohnung?

Zuletzt aktualisiert: 15. Juli 2026Tags: , , , , ,

Wenn die Katze im Haus bleiben muss…

Was tun bei Ausbruch der Vogelgrippe in meiner Region?
In manchen Gebieten sollen Katzen wegen des Ausbruchs der Vogelgrippe im Haus bleiben. Dieser „Hausarrest“ stellt sowohl für die Katzen als auch ihre Halter eine Herausforderung dar. Die folgenden Tipps sollen Ihnen helfen, die Situation für Ihr Tier so angenehm wie möglich zu gestalten. Katzen können beim Freilauf viele ihrer Bedürfnisse befriedigen: Sie können jagen, umherstreifen, ihr Revier markieren, Kot und Urin in natürlichem Untergrund absetzen und neue Eindrücke sammeln. Je mehr Zeit Ihre Katze normalerweise draußen verbringt, desto schwerer wird es sein sie drinnen zu halten. Damit sich die Frustration Ihrer Katze in Grenzen hält, sollten Sie ihr im Haus viel Abwechslung und Beschäftigung bieten. Was bei Ihrer Katze am besten funktioniert, hängt von ihrer individuellen Persönlichkeit, ihrem Alter und ihrem Gesundheitszustand ab.
Sollte Ihre Katze auf das Eingesperrtsein mit Aggression gegenüber Menschen oder Artgenossen, Futterverweigerung, Harnmarkieren oder anderen massiven Stressanzeichen reagieren kontaktieren Sie einen Verhaltenstierarzt. Dieser kann individuell auf Ihre Katze zugeschnittene Therapiemaßnahmen einleiten. Einen Verhaltenstierarzt in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Generell mögen Katzen Wohnungen mit vielen Bewegungsmöglichkeiten im dreidimensionalen Raum, z. B. mit erhöhten Liegeplätzen an Fenster, auf Regalen, Katzbäumen etc.
Leben mehreren Katzen im Haus sollten alle wichtigen Ressourcen, wie Futter- und Wasserstellen, sowie Liege- und Versteckplätze im Überfluss vorhanden sein. Wenn Ihre Katze normalerweise draußen trinkt, bieten Sie ihr unbedingt unterschiedliche Trinkmöglichkeiten an, z. B. flache Schalen, Zimmerbrunnen, erhöhte stehende Wassernäpfe. Beachten Sie, das Wasser mit mehreren Meter Abstand zum Futter und zur Katzentoilette auszustellen.
Abwechslung können Sie sehr einfach in die Wohnung bringen, in dem Sie Pappkartons an unterschiedlichen Stellen aufstellen. Die meisten Katzen lieben es, diese zu erkunden.
Statt das Futter ausschließlich im Napf anzubieten, gestalten Sie die Futteraufnahme langwieriger und spannender, in dem Sie es in Futterbällen, „Fummelbrettern“ oder Kisten mit Zeitungspapierbällen gemischt anbieten.
Bieten Sie ihrer Katze wechselndes Spielzeug an und spielen Sie selber regelmäßig mit ihrer Katze. Denken Sie daran, dass die Hände des Menschen als Spielzeug tabu sind. Katzen zeigen im Spiel meist Elemente aus dem Jagdverhalten.
Ein Laserpointer sollte nicht zum Spiel genutzt werden, weil das Risiko von Frustration und starkem Stress (und damit aggressivem Verhalten) zu groß ist. Besser sind Objekte am Band, die bewegt werden können. Bei wild spielenden Katzen eignet sich besonders gut Spielzeug an einer Angel. Die Angel sollte bevorzugt ein längerer Stab (z.B. ein Bambusstab) mit einem sehr kurzen Band sein. So können Sie garantieren, dass sich das Spielobjekt am Ende des Bandes wirklich ähnlich wie ein Vogel oder eine Maus bewegt. Denken Sie daran, das Spiel nicht plötzlich abzubrechen, sondern nach und nach ruhiger werden zu lassen; auch dies geht mit solch einer gut zu kontrollierenden Angel sehr gut. Damit Ihre Katze am Ende nicht frustriert reagiert, sollte am Ende immer der Erfolg in Form von einem Leckerchen (Beute) ermöglicht werden.
Wahrscheinlich wird Ihre Katze durch den Stress des ungewohnten Eingesperrtseins vermehrt Kratzmarkieren. Bieten Sie ihr zahlreiche erlaubte Katzmöglichkeiten an. Diese sollten insbesondere in der Nähe der Ruheplätze und an den Türen nach draußen zur Verfügung stehen.
Falls Ihre Katze normalerweise keine Katzentoilette benutzt, können Sie ihr die Umstellung erleichtern, indem Sie zusätzlich zur Katzenstreu etwas Erde in die Katzentoilette geben. Die Toilette sollte groß, aber nicht gedeckelt sein. Bei „Steinchenschmeissern“ kann man z.B. hochwandige Wannen aus dem Maurerbedarf nutzen. In einem Mehrkatzenhaushalt sollten die Toiletten nicht eng nebeneinander und nach Möglichkeit in verschiedenen Räumen stehen. Eine Toilette mehr als Anzahl der Katzen ist sinnvoll.
Generell gilt: Verhalten, dass sich lohnt, wird in Zukunft häufiger gezeigt. Achten Sie daher unbedingt darauf, Ihre Katze für ruhiges und entspanntes Verhalten zu belohnen, Z. B. durch eine Spieleinheit, Streicheleinheiten oder Futter.
Wenn Ihre Katze hingegen an der der Tür schreit oder ein ähnliches unerwünschtes Verhalten zeigt, ignorieren Sie dies. Handelt es sich um ein Verhalten, dass Sie nicht ignorieren können, z. B. weil Ihre Katze Ihr Lieblingsmöbelstück zerkratzt, bestrafen Sie sie nicht. Strafen erhöhen das Stressniveau Ihrer Katze und gefährden ihre Beziehung. Lenken Sie die Aufmerksamkeit Ihrer Katz stattdessen auf ein erwünschtes Kratzobjekt oder ein Spielzeug um. Schützen sie besonders wertvolle Gegenstände vor Ihrer Katze, z. B. durch Abdeckungen.
Das sogenannte Clickertraining erleichtert die Kommunikation mit Ihrer Katze und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, Ihre Katze körperlich und mental auszulasten.
Im Buchhandel erhalten Sie zahlreiche Bücher zum Thema Clickertraining mit Katzen. Manche Verhaltenstierärzte bieten auch Seminare zum Thema Beschäftigung und Clickertraining mit Katzen an.

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